17. Juni bis 27. Juni 2022

Queere Visionssuche (Queer Quest), ab 18 Jahren

Die Queere Visionssuche bietet einen Raum für Menschen, die sich in einer Form mit queer identifizieren können. Der von indigenen Völkern in Nordamerika in den 70er Jahren geprägte Begriff Two-Spirit People[1], beschreibt sehr gut, dass Menschen in den alten Kulturen in nicht binären und queeren Rollen ein wertgeschätzter Teil der Gemeinschaft waren und sind. Mit der Visionssuche – Quest – einer modernen Form frühzeitlicher Übergangsritualen, wie sie weltweit und ursprünglich auch bei unseren Vorfahren üblich war, nehmen wir uns elf Tage lang Zeit dieses Geschenk der queeren Rolle, der der*s Grenzgänger(s)*in, für uns selbst und für unsere Gesellschaft, in welcher wir zu Hause sind, besser kennenzulernen. Zeitgleich setzen wir uns mit den Herausforderungen die es mit sich bringt, auseinander. Wir heißen alle Verkörperungen von Gender und Menschsein herzlich willkommen.

 Aufbau und Inhalt – Pride is a Ritual

Die elf Tage der Visionssuche bestehen aus vier Tagen Vorbereitung, vier Tagen Solozeit draußen in der Natur, und drei Tagen Integration. Die QueerQuest beschäftigt sich in Gemeinschaft und allein in der Natur u.a. mit den folgenden Fragen:

  • In welchem Rahmen und in welchen Grenzen bewege ich mich, die ich mir selbst und von der Gesellschaft auferlege / auferlegen lasse? Inwiefern erlebe ich mich jenseits von üblichen Rollenzuschreibungen?
  • Gibt es in mir eine Suche, einen Ruf und eine Sehnsucht nach neuen „Rollen“ oder einer „Rollenlosigkeit“? Wie antworte ich auf diesen Ruf und wie verantworte ich ihn vor mir selbst, in meiner Gesellschaft und Gemeinschaft?
  • Was ist “Queerness” für mich und wie kann ich mir ein eigenes Bild davon machen wer und was ich sein will? Wie möchte ich authentisch mein Queer-Sein leben? Was ist mein Geschenk an mich und an die Welt?
  • Was bedeutet es für mich, ganzheitlich und authentisch mit meinem ganzen Wesen Mensch zu sein?
  • Wer bin ich jetzt, und passen meine Annahmen von meinem Selbstbild noch?

Mit einer Visionssuche steht oft ein Lebensübergang an. Sie markiert das Ende eines Lebensabschnitts und öffnet gleichzeitig das Tor zu einer neuen Lebensphase. Der Grundsatz der Visionssuche und unsere Prozessbegleitung beruht darauf, dass DU schon alle Antworten in dir hast und im Austausch mit dir allein, in der Natur und im Spiegel der Gemeinschaft, diese Antworten hören, erfahren und erkennen kannst.

Mehr Informationen

Die Vorbereitung

Zur Vorbereitung treffen wir uns in unserem idyllisch gelegenen Eschwege Institut in der hessischen Schweiz, nahe dem Hohen Meißner und dem Nationalpark Hainich. Wir verfügen dort über eine Gästeunterbringung mit Gruppenräumen, großem Garten mit Feuerstellen, überdachten Freisitzen etc. und viel Wald. Hier werden wir die innere und äußere Vorbereitung auf die Zeit allein im Wald vornehmen. Aspekte der Sicherheit stehen dabei ebenso im Vordergrund, wie die innere Arbeit an den Themen, die mit der Visionssuche zurückgelassen, bzw. bestätigt werden sollen.

 Der Visionssuche-Ort

Unweit vom Eschwege Institut in Hessen, dem waldreichsten Bundesland, erstreckt sich die „Caspar David Friedrich-Landschaft“. Sie bietet eine der besten Möglichkeiten in deutschen Wäldern zu einer Visionssuche aufzubrechen. Das Visionssuche-Gebiet ist ein sanft hügeliges Gelände mit altem Eichen-Buchenwald, sowie eingestreuten Feldern und Lichtungen. Zu dem großen Wildbestand gehören auch Besonderheiten wie Uhu, Schwarzstorch, Wildkatze, Wanderfalke und Waschbär.

Leitung & Leistungen

Intensive Begleitung des Leitungsteams mit zwei ausgebildeten Visionssuche Guides. Ebenfalls begleiten uns zwei Älteste, die ebenfalls langjährige Erfahrung in der Visionssuche-Arbeit haben diesen Prozess. Über die Begleitung durch die Tage hinaus ist die Leitung noch ein Jahr für Euch jederzeit ansprechbar. Während des Seminars gibt es genug Zeit und Raum für Rückzug.

Visionsucheleiter*innen & initiatorische Prozessbegleitung

ausgebildet am Eschwege Institut, in der Tradition der School of Lost Borders

Sabrina R. Stein, M.A., Doktorandin am UNESCO Chair for Peace Studies Innsbruck, Wildnis-Pädagogin, pädagogische Begleitung in der Hochschulausbildung für Friedens und Konfliktarbeiter.

Uwe Stenkamp, Diplom Sozialpädagoge /-arbeiter, Streetworker, langjährige Erfahrung in der Erlebnis- und Sexualpädagogischen Arbeit mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen.  

[1] Wir wollen sensibel darauf hinweisen, dass wir den von Indigenen verwendetem Begriff „Two Spirited People“ hier rein für „in-Kenntnis-setzende“ Zwecke als Beispiel verwenden. Er soll zeigen, dass in alten Kulturen vor der Christianisierung und Kolonisation diverse non-binäre und vor allem auch wertgeschätzte Gender-Verkörperungen in den Gesellschaften vertreten waren. Wir wollen uns aus der europäischen Kultur stammend jedoch selbstverständlich davon distanzieren, diesen indigenen Begriff für uns selbst in Europa zu verwenden.

Weitere Veranstaltungen & Informationen
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