28. Mai 2026 bis 31. Mai 2026

Heyoka, Hermes, Heiopei

Was hat die Energie des Trickster-Archetypen mit uns zu tun?

Dieses Seminar richtet sich an alle, die in sich immer wieder Anteile von Konformität, Enge, Scham, Widerstand spüren, welche einem Zustand innerer Konfliktlosigkeit und somit einem bedingungslosen „Ja“ zum vollen Leben im Weg stehen.

Dieses Seminar richtet sich an alle, die sich immer wieder an Grenzen befinden, Grenzen, hinter denen Wonne, Glückseligkeit („bliss“) warten, doch die sie nicht überschreiten können, weil eine alte unerlöste Schuld, eine alte Autoritätshörigkeit, eine alte Erstarrung, eine alte Minderwertigkeit oder Selbstgefälligkeit sie davon abhält, darüber hinauszugehen.

Und nicht zuletzt richtet es sich an die, die schon einmal handlungsunfähig der Trickster-Energie ausgesetzt waren, zum Opfer gefallen sind und die in einem (so gut es gehen wird) gehaltenen Raum, dieser „Heimsuchung“ und vor allen Dingen ihrer kreativen Fortführung nachforschen möchten.

Der Trickster ist der möglicherweise älteste Archetyp unserer Menschheitsgeschichte. Alle Kulturen kennen, verehren und fürchten ihn. Er „… ist verspielt, boshaft, subversiv und amoralisch, er kennt kein Gut und Böse. Denn er ist zuständig für beides.“ (Paul Radin – US-amerikanischer Anthropologe, der gemeinsam mit Karl Kerényi und C. G. Jung 1954 den Trickster-Zyklus der Winnebago unter dem Titel Der göttliche Schelm veröffentlichte.)

Wer sind diese Trickster? Es sind Till Eulenspiegel (um 1500 n. Chr.), Loki (im nordischen Edda-Mythos und den Marvel-Comics), Hermes (in der griechischen Mythologie), die Grinsekatze (in Alice im Wunderland), der Heyoka, (der „Gegenteil-Clown“ in den Kulturen der Plains-Indianer), Peter Pan, Bugs Bunny, der „dumme August“, der Koyote (u. a. im Osten des zyklischen Entwicklungsmodell der 4 Schilde), Matilda (in Roald Dahls Matilda) und viele mehr. Lewis Hyde untersucht in Trickster makes this world darüberhinaus die kulturerneuernden Trickster-Qualitäten des Poeten Allen Ginsberg, des Malers Pablo Picasso und des Musikers John Cage.

In diesem Seminar wird es immer wieder um die Erforschung unserer Grenzen gehen. Grenzen hindern uns am Wachstum und an der Ausdehnung, sie verhindern freie, selbstbestimmte Mobilität und Entfaltung. Der Trickster ist „… ein Feind der Grenzen” (Karl Kerényi) und gleichzeitig hält er sich immer dort auf, wo es um Grenzen geht. Manchmal zieht er die Grenzlinien, manchmal verschiebt er sie, manchmal überschreitet er sie, manchmal löscht er sie aus.

In diesem Seminaroderso werden wir uns in Wort und Bild und Ton seinen Qualitäten nähern, wollen wir von ihm lernen, in Schwellengängen – als “Gott des Schwellenraumes“ bezeichnet ihn Lewis Hyde – seine Energien ausloten, im Counter-Council (was immer das sein mag) sowie verschiedenen Übungen, dynamischen Meditationen und Bewegungsformen unseren ganz eigenen Umgang mit  den Paradoxien und dem Chaos des Tricksterreiches erfahren, um sowohl absichtslos als auch intentionell unsere verborgenen Trickster-Qualitäten zu unserem und damit auch dem gemeinschaftlichen Wohle ans Licht zu bringen.

Wir haben nicht vor, dieses Seminar zum Zentrum destruktiven und chaotischen Budenzaubers zu machen und gleichzeitig mag dahingehend noch einmal Lewis Hyde zitiert sein: „Kreative Beweglichkeit erfordert in manchen ausschlaggebenden Momenten die strategische Auslöschung ethischer Grenzen, diese Beweglichkeit geht verloren, wenn ich mich nur am Reinen, am Schönen, am Rechtschaffenen festhalte oder wenn ich daran leide, was der Poet Czeslaw Milosz das Anhaften am Ethischen auf Kosten des Heiligen nennt.“

Sic! Der Archetyp des Tricksters ist heilig – hat einen unverzichtbaren Teil am Fortgang des Großen Mysteriums und ist von daher ein ebenso unverzichtbarer Teil unseres eigenen Entwicklungsweges, denn Trickster-Energie ist reine Wandlungsenergie.

Dieses Seminar ist das erste seiner Art am Eschwege-Institut und es wird unweigerlich eine partizipative Reise ins I-dont-know-Land werden. Was für eine wundervolle Aussicht. „Buckle up your seat belts, Dorothy!

Und immerhin haben wir auf dieser Reise sowohl unterschiedliche als auch weise Gefährten Im Geiste an unserer Seite.

“In the history of the collective as in the history of the individual, everything depends on the development of consciousness. This gradually brings liberation from imprisonment in unconsciousness, and [the trickster] is therefore a bringer of light as well as of healing.” (Carl Gustav Jung)

Und im Thomas-Evangelium fragen die Jünger: „Wann wirst du uns gezeigt werden, wann können wir dich sehen?“ Und Jesus antwortet: „Wenn ihr euch nackt ausgezogen haben werdet, ohne euch zu schämen.“

Wir freuen uns sehr auf dich. Leap!

Werner und Boris

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