Bericht von der internationalen Ball-fang Visionssuche
vom 30.08. – 05.09.2020 

Die Ball-fang Visionssuche, zugänglich für alle ausgebildeten Visionssuche-Leiter*innen, war eine gemeinschaftlich organisierte und kostenlose Initiative, die von Rob Dreaming (GB/Portugal), Holger Heiten (Deutschland) und Kent Pearce (Kalifornien/USA) ins Leben gerufen wurde und in 2021 sowie folgenden Jahren wiederholt werden soll.

Solang Du Selbstgeworfnes fängst, ist alles
Geschicklichkeit und läßlicher Gewinn – ;
erst wenn Du plötzlich Fänger wirst des Balles,
den eine ewige Mit-Spielerin
dir zuwarf, deiner Mitte, in genau
gekonntem Schwung, in einem jener Bögen
aus Gottes großem Brücken-Bau:
erst dann ist Fangen-Können ein Vermögen, –
nicht deines, einer Welt……

                                           Auszug aus R. M. Rilkes „Der Fänger

Bei der Ball-fang Visionssuche haben wir, einzeln und als Gruppe, zusammen mit der Erde hingehört, um zu schauen und zu lernen, wonach diese besondere Zeit verlangt. Wir öffneten uns, metaphorisch gesprochen dafür, „den Ball der ewigen Mitspielerin“ zu fangen.

Die Einladung ging an alle geschulten Visionssuche-Leiter*innen aus vielen Nationen weltweit, gemeinsam und simultan, wie ein globales Netz zu wirken und mit einem gemeinsamen Anliegen über die Schwelle dieser besonderen Visionssuche zu gehen. Dazu wurde die Vor- und Nachbereitung z.T. online durchgeführt. Zu der viertägigen Solo-Zeit gingen dann alle bei sich in der Nähe, in ein geeignetes Naturgebiet.

Wir, das waren 24 Teilnehmer*innen aus Deutschland, Sibirien, Portugal, Österreich, Schweiz, Großbritannien, Südafrika und Kalifornien sowie unsere Buddys, Unterstützer*innen und Meredith Little und Jack Zimmerman als begleitende Älteste.

In der Bereitschaft, „Don´t-Know-Land“ zu betreten, sich dem „Nichtwissen“ auszusetzen, wirklich zuzuhören, zu schauen und zu lernen, was von jener ewigen Mitspielerin bzw. der Weltseele im kollektiven Sinne mitgeteilt werden will, wollten wir einem sehr menschlichen Verhalten aus dem Weg gehen: Nämlich die alten Geschichten und Konzepte über unser Sosein und das der Welt, ständig zu re-inszenieren.

Im „Narrativen Netzwerk“ unserer linken Gehirnhälfte, so wussten wir, sind alle einstmals gemachten Erfahrungen gespeichert und unser Unterbewusstsein versucht, was auch immer sich gerade ereignet, in diese Schubladen zu packen. So versucht es sich das beruhigende Gefühl zu verschaffen, „zu wissen“, bzw. schon einschätzen zu können, was gleich passieren wird. Wirklich Neues, echte Eingebungen erhalten wir erst im Zustand des Nichtwissens.

Die obligatorische Medizinwanderung im Vorfeld war schon auf das Ergründen des gemeinsamen Anliegens, mit dem dann alle für vier Tage und Nächte rausgehen würden, ausgerichtet. Wir teilten uns die Erfahrung davon mit, indem wir Essenzen daraus, wie einzelne Fäden, erzählend übereinanderlegten und so im Laufe der Zeit ein neues Gewebe von Geschichten webten, wie eine bunte Decke, in die eingehüllt wir dann in unsere Solo-Zeit gehen konnten. Zudem hatten wir das Glück, dass Meredith Little und Jack Zimmerman auf Zoom dazu geschaltet waren und uns noch ihren Gruppen-Spiegel darauf gaben.

Jeder*jede Teilnehmer*in hatte vor Ort einen Buddy, der*die ihren Schützling über die Schwelle räucherte, das Buddy-Zeichen checkte und ihren Buddy wieder zurück räucherte, um anschließend den Erlebnisbericht zu hören und zu spiegeln.

Mit derart gespiegelten Essenzen der Schwellengeschichten trafen sich dann alle Teilnehmer*innen wieder in einer großen Zoom-Konferenz und webten wiederum, ähnlich wie bei einem Dream-Star-Council, mit ihren essenziellen Geschichten-Fäden, ein gemeinsames Gewebe aus Storys, die wir durch tiefes Hören von der Erde empfangen hatten.

Seither sitzen wir in diese Geschichten-Decke eingehüllt und lassen es auf uns wirken. Einmal monatlich treffen wir uns auf Zoom und tauschen uns über die weitere Auswirkung auf uns aus. Diese Decke ist nichts, was man in Worten oder nur einer Geschichte ausdrücken oder einfangen könnte. Sie wirkt vor- oder metasprachlich und eher energetisch und kontemplativ auf uns ein – eine neue, meditative und new-age-artige Weise, Visionssuche-Erfahrungen zu verinnerlichen.

Mit den so möglichen Auswirkungen unserer Geschichten auf uns und unser Umfeld, tragen wir, so sind wir überzeugt, als Mitspieler*innen dazu bei, zusammen mit millionen anderer Mit-Weber*innen, am Gewebe (Wirklichkeit) einer neuen Geschichte für uns und unsere kollektive Kultur mit zu weben…
Die Seminarsprache war Englisch und wird es auch wieder sein.

Für 2021 wird momentan ein Termin für einen weiteren Durchlauf gesucht. Wende Dich bei Interesse an info@eschwege-institut.de, um auf dem Laufenden gehalten zu werden. Obwohl wir bewusst nur geschulte Visionssuche Leiter*innen einladen, die eigentliche Visionssuche zu unternehmen, sehen wir auch für andere, viele Möglichkeiten zur Teilnahme, Unterstützung, Zusammenarbeit und Mitgestaltung.

Hier noch der Link zu einem eindrücklichen Kurzfilm von Leigh Wood and Tamryn Bekker über die Erlebnisse der südafrikanischen Teilnehmerinnen: https://youtu.be/yA6Dtxez_cA

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